Giovanni Lo Curto Photographer

Wartesaal Europa - Theater in Unterwelten 2014

Berlin 2014.

Theater in Unterwelten.

„Und was wissen heute, nach fast siebzig Jahren des Friedens, die großen Massen vom Krieg?“* Mit dieser Frage befasst sich ein Soziologiedozent in seiner Vorlesung. Erinnerungen holen ihn ein und katapultieren ihn in die Jahre 1913 bis 1918. Es sind Erinnerungen an vier Freunde, die wohlhabend und sorgenfrei ihr Leben genießen. Und doch ist ihnen langweilig: „Ich hoffe jetzt wenigstens auf einen Krieg!“,** ruft einer. Seine Hoffnung erfüllt sich nur allzu schnell. Rasanter als sie die Ereignisse begreifen können, geraten die vier Männer und Frauen in den Strudel des Krieges. Der Freundeskreis droht an der Kriegsfrage zu zerbrechen, denn Nationalismus trifft auf Skepsis, pazifistische Gedanken stoßen auf Kriegsromantik. Wessen Weltbild wird diesen schonungslosen Krieg überleben? Es werden ausschließlich Texte von Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs verwendet. Tagesbucheintragungen, Erzählungen, Briefe und Gedichte von deutschsprachigen Autoren aus Mittel- und Osteuropa wie Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke und Gerhart Hauptmann werden dialogisch miteinander verwoben.

* frei nach Stefan Zweig, Die Welt von Gestern, 1942 ** Georg Heym, Tagebuch 1907.

Mit Gero Bergmann, Saskia Breier, Christian Knöll und Magdalena Thalmann; Regie: Susanne Böhme

Veranstalter: Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam; mit freundlicher Unterstützung des Berliner Unterwelten e.V.

(Text: Deutsches Kulturforum östliches Europa)