Giovanni Lo Curto Photographer

The Projectionist

Berlin, Germany 2013/14.

The constant digitalization of our society brings structural changes both in the work market and in everyday life, it changes how we perceive reality and interact within the society.

In the past years, cinema industry increased the process of digitization. In Germany, for example, since the end of 2013, big rentals have been reducing the produced amount of analogue copies, and the smaller ones don't offer them anymore. Big cinema chains have already switched the system and, thanks to a subvention program, around 1600 screens have been reconverted to digital projection. Therefore, many professions related to the sector will disappear or have to reinvent themselves in order to adjust to the new media.

This reportage focuses on the daily routine of the projectionist, who is one of the first figures affected by this process, and also the best example of this epochal change.

The job of the projectionist has often been presented as a romantic profession, e. g. in movies like “New Cinema Paradiso” (Tornatore), with his Famous “Kiss Collector”. A projectionist has a strong influence on the final results of cinema and its magic. He handles the copies, he cuts them, and he reassembles them, worshiping the integrity of the film. Sometimes, he is the last censor.

This story is a document of the projectionist's work and a tribute to his profession.

I decided to display the body of work in pairs of photos, framed by an overture photo and an epilogue photo. I chose double photos in order to recreate a sort of flash effect with the frame skip, quickly pulling the viewer into the work situation and its fast alternation of spaces, duties and gestures.

- Deutsch:

Der Filmvorführer

Die Digitalisierung wirkt sich auf alle Teilbereiche unserer Lebenswelt aus. Sie beeinflusst den Arbeitsmarkt und unseren Alltag, und sie verändert unsere Wahrnehmung und die Art, wie wir miteinander interagieren.

In der Filmvorführungstechnik ist die Digitalisierung in den letzten Jahren stark vorangeschritten. In Deutschland, zum beispiel, werden seit Ende 2013 immer weniger Analoge Kopien von großen Filmverleihern produziert. Bei kleineren Anbietern sind überhaupt keine analogen Kopien mehr erhältlich. Kino-Ketten haben bereits auf das neue System umgestellt – dank eines Förderprogramms werden außerdem auf rund 1600 zusätzlichen Leinwänden digitale Projektionen gezeigt. Diese Entwicklung verändert ganze Berufsfelder, die sich den neuen Medien entsprechend neu erfinden müssen. Manche Berufe verschwinden sogar ganz.

Im Zentrum dieser Reportage steht der Alltag des Filmvorführers. Als einer der ersten betroffenen Berufe wurde er beispielhaft gewählt, um den beschriebenen epochalen Wandel darzustellen. Oft wurde der Beruf des Filmvorführers im Film romantisiert wie z. B. in „New Cinemag Paradiso“ (Tornatore) mit seinem berühmten "Kiss Collector". Der Filmvorführer hat großen Einfluss auf die Im Kino gezeigten Bilder und ihre Magie: Er bearbeitet die Kopien, entscheidet über letzte Filmschnitte und war in manchen Zeiten sogar der letzte Zensor.

Diese Fotodokumentation ist eine Hommage auf den aussterbenden Beruf des Filmvorführers.

Zwei von mir ausgewählte Fotos rahmen das Werk wie Prolog und Epilog ein. Die Fotos im Innenteil sind als Doppelseiten angeordnet. Durch den so erzeugen Flash-Effekt soll der den Zuschauer direkt in die Arbeitssituation des Filmvorführers mit ihren schnellen Wechseln von Räumen, Aufgaben und Handgriffen eintauchen. Dabei wird immer ein „Panorama“-Foto und das dazu gehörige Detail präsentiert.